Walter AG Warnstreik in Münsingen

Mit einem Warnstreik haben die Beschäftigten der Walter AG heute ihren Forderungen nach einem Sozialtarifvertrag Nachdruck verliehen.

Warnstreik Walter AG

24. August 2026 24. August 2026


Mehrere hundert Beschäftigte beteiligten sich an der heutigen Arbeitsniederlegung und setzten damit ein deutliches Zeichen für faire Entschädigungsleistungen im Zuge der geplanten Verlagerung von 160 Arbeitsplätzen nach Schweden und Tschechien.

Die Beschäftigten der Frühschicht legten heute um 11.45 Uhr die Arbeit nieder und versammelten sich zu einer Kundgebung vor dem Werk. An der Kundgebung nahmen auch viele Beschäftigte der sogenannten Normalschicht in Ihrer Mittagspause teil, die erst später am Tag zur Arbeitsniederlegung aufgerufen wurden. So hatten sich an der Kundgebung über 100 Beschäftigte beteiligt, was mit Blick auf die Urlaubszeit eine sehr hohe Beteiligung darstellt. Im Mittelpunkt standen die Forderungen der IG Metall nach einer umfassenden sozialen Absicherung der von der Verlagerung potenziell betroffenen Kolleginnen und Kollegen.

Hintergrund des Warnstreiks sind die Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag. Seit der Übergabe der Tarifforderungen Ende Juli fanden zwei Verhandlungsrunden zwischen der tariflichen Verhandlungskommission und dem Arbeitgeber statt. Aus Sicht der IG Metall liegen die Vorstellungen des Unternehmens und die berechtigten Erwartungen der Beschäftigten bislang sehr weit auseinander.

 

Michael Bidmon, politischer Sekretär der IG Metall Reutlingen-Tübingen, erklärte:

„Die heutige Beteiligung zeigt eindrucksvoll, wie groß der Zusammenhalt in der Belegschaft ist. Das Unverständnis und die Empörung der Kolleginnen und Kollegen für die Verlagerungspläne der Arbeitgeber nach Schweden und Tschechien ist groß. Sie erwarten zu Recht, dass die wirtschaftlichen Folgen der Verlagerung nicht auf ihrem Rücken ausgetragen werden. Das Unternehmen muss jetzt erkennen, dass es ohne spürbare Bewegung am Verhandlungstisch keine Lösung geben wird.“

Auch der Betriebsrat sieht den Warnstreik als wichtiges Signal an die Unternehmensleitung.

Tobias Arndt, Betriebsratsvorsitzender der Walter AG, sagte:

„Die Stimmung in der Belegschaft ist eindeutig: Die Kolleginnen und Kollegen sind wütend und enttäuscht. Viele haben über Jahre und Jahrzehnte zum Erfolg des Unternehmens beigetragen und müssen nun erleben, dass Arbeitsplätze trotz guter wirtschaftlicher Lage verlagert werden sollen. Die Beteiligung am heutigen Warnstreik zeigt die enorme Solidarität am Standort Münsingen. Die Werkshallen sind leergefegt. Das gleiche Bild erwarten wir auch in der Spät- und Nachtschicht.“ 

Die IG Metall erwartet nun ein deutlich verbessertes Angebot des Arbeitgebers in den kommenden Verhandlungen Ende der Woche. Ansonsten sind weitere tarifliche Aktionen nicht ausgeschlossen.

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