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Walter AG Werk Münsingen
IG Metall stellt Sozialtarifvertragsforderung

Die IG Metall Reutlingen-Tübingen hat in der Auseinandersetzung um den Erhalt der Arbeitsplätze in Münsingen am 28.07.2026 am Rande von betrieblichen Verhandlungen dem Arbeitgeber eine Forderung nach einem Sozialtarifvertrag überreicht.


29. Juli 2026 29. Juli 2026


Mit dieser Forderungsübergabe startet die IG Metall eine betriebliche Tarifauseinandersetzung mit der Walter AG, mit der sie einerseits den Preis für die Verlagerungspläne des schwedischen Mutterkonzerns in die Höhe treiben und auf der anderen Seite hohe Entschädigungsleistungen für die betroffenen Beschäftigten erzwingen will.

 

Ralf Jaster, zuständiger Gewerkschaftssekretär der IG Metall Reutlingen-Tübingen

„Die IG Metall und die Beschäftigten befürchten, dass durch die geplante Verlagerung von 160 Arbeitsplätzen der Grundstein für weitere Verlagerungen in den kommenden Jahren gelegt werden soll. Das wollen sich die Kolleginnen und Kollegen nicht gefallen lassen.“ 

Auf einer Mitgliederversammlung der IG Metall hätten die Mitglieder einstimmig für die Forderung nach einem Sozialtarifvertrag votiert, so Jaster weiter.

 

Tobias Arndt, Betriebsratsvorsitzender der Walter AG:

„Wir haben versucht, den Arbeitgeber auf dem Verhandlungsweg von seinen Plänen abzubringen. Ohne Erfolg. Deshalb ist es folgerichtig, jetzt den tariflichen Weg zu gehen. Die große Solidarität in der Belegschaft und sehr viele Neueintritte in die IG Metall zeigen, dass die Beschäftigten geschlossen hinter diesem Kurs stehen. Wenn das Unternehmen an der Verlagerung festhält, werden wir für die Betroffenen eine gerechte Abfindung und die bestmögliche Kompensation des Arbeitsplatzverlustes erkämpfen.“

Mit der Übergabe der Tarifforderung beginnt eine neue Phase der Auseinandersetzung. Während Betriebsräte keine Arbeitskampfmaßnahmen durchführen dürfen, kann die IG Metall für ihre Forderungen im Rahmen eines Tarifkonflikts kämpfen. Dazu können nach den tarifrechtlichen Verfahren auch Warnstreiks oder sogar ein Erzwingungsstreik gehören.

Die IG Metall kündigt an, die betroffenen Beschäftigten in den kommenden Monaten geschlossen und entschlossen zu unterstützen.