Investitionen und Zukunftsperspektiven Verhandlungsergebnis bei Bosch

Pressemitteilung der IG Metall Reutlingen-Tübingen und des Betriebsrats der Robert Bosch GmbH

Bosch-Demo - Menschen

20. Januar 2026 20. Januar 2026


Trotz der schwierigen Ausgangslage haben der Betriebsrat und die IG Metall in intensiven Verhandlungen erreicht, den geforderten Stellenabbau von 1100 bei Bosch in Reutlingen bis Ende 2029 auf 950 zu reduzieren.


„Wir haben über mehrere Monate hinweg hart verhandelt und konnten den ursprünglich geplanten Stellenabbau um 150 Stellen reduzieren. Dennoch bleibt dieser Schritt äußerst schmerzhaft und stellt für uns Boschler eine belastende Situation dar. Gleichzeitig haben wir wichtige Zusagen für die Zukunft des Standorts erreicht, die uns trotz aller Herausforderungen Perspektiven eröffnen,“ so der Betriebsratsvorsitzende Thorsten Dietter.


„Der Beschäftigungsabbau beim größten Arbeitgeber ist ein harter Einschnitt – auch für die gesamte Region“, betont Claudia Hülsken, Geschäftsführerin der IG Metall Reutlingen-Tübingen. „Für die Umsetzung in den nächsten vier Jahren wurden vielfältige Möglichkeiten, wie Übergangs- und Ausstiegsmodelle im Rahmen eines Freiwilligenprogramms geschaffen. Auch Versetzungen in andere Bereiche des Standorts werden vorgenommen.“


Investitionen und Zukunftsperspektiven für den Entwicklungs- und Produktionsstandort Bosch Reutlingen
 

Ein zentraler Erfolg ist die Ansiedlung einer Großserienfertigung für die Leistungselektronik (Powermodule) in Kusterdingen und damit der Erhalt des Werksteils. Zudem werden weitere 650 Millionen Euro in den Halbleiterbereich investiert. „Das sendet ein klares Signal: Die Region Reutlingen bleibt ein relevanter Innovations- und Produktionsstandort“, betont Claudia Hülsken.


Ohne Jugend keine Zukunft – Verhandlungsergebnis zur Ausbildung


Mit Blick auf die Ausbildung ist es uns gelungen, die jährliche Anzahl von 74 Ausbildungsplätzen und die unbefristete Übernahme fortzuschreiben. „Uns war wichtig, dass Bosch weiterhin ein attraktiver Ausbildungsbetrieb bleibt. Die Jugend- und Auszubildendenvertretung hat sich gemeinsam mit allen Azubis für sichere Zukunftsperspektiven stark gemacht. Das ist ihr Erfolg,“ so Umut Köksal, Vertrauenskörperleiter der IG Metall und Betriebsrat.


Keine Einschnitte bei den Arbeits- und Entgeltbedingungen


Durch den großen Rückhalt der Belegschaft zum Betriebsrat und zur IG Metall konnten Einschnitte bei den Arbeits- und Entgeltbedingungen sowie bei den Tarifverträgen verhindert werden.


„Am 13. Januar haben wir in der Stadthalle Reutlingen im Rahmen von Betriebsversammlungen unsere Beschäftigten informiert und uns ein Votum eingeholt. Eine überwältigende Mehrheit trägt das Verhandlungsergebnis mit“, resümiert Thorsten Dietter.